Ratgeber Reinigung und Pflege
Damit die Griffigkeit bleibt – Pflege ohne Wirkungsverlust
Das Wichtigste in KürzeFalsche Pflege ist eine der häufigsten Ursachen für nachlassende Rutschhemmung.Filmbildende Reiniger und Pflegemittel setzen die griffige Struktur schleichend zu.Geeignete Mittel, richtige Dosierung und mechanische Unterstützung erhalten die Wirkung.Die Pflegehinweise des jeweiligen Systems sind verbindlicher Bestandteil der Lösung.
Warum Pflege über die Wirkung entscheidet
Die Rutschhemmung eines Bodens lebt von seiner Oberflächenstruktur. Winzige Erhebungen und Vertiefungen geben der Sohle Halt und schaffen Räume, in die Wasser ausweichen kann. Genau diese Struktur ist empfindlich gegenüber allem, was sie füllt oder überzieht. Kalkbeläge, Fettfilme, Seifenreste und Rückstände von Pflegemitteln legen sich Schicht für Schicht in die Vertiefungen, bis die Oberfläche wieder so glatt ist wie vor der Behandlung. Das Tückische daran ist die Langsamkeit – der Verlust fällt erst auf, wenn es wieder rutscht.
Die gute Nachricht lautet, dass sich dieser Prozess mit der richtigen Routine zuverlässig verhindern lässt. Rutschhemmende Böden sind nicht pflegeintensiver als andere, sie sind nur pflege-sensibler gegenüber falschen Mitteln. Wer die wenigen Grundregeln kennt, erhält die Wirkung ohne Mehraufwand.
Wie schnell sich Beläge aufbauen, hängt vom Umfeld ab. Hartes Wasser beschleunigt die Kalkbildung in Duschen, Fettnebel setzt Küchenböden zu, und in Eingangsbereichen arbeitet der eingetragene Straßenschmutz an der Struktur. Dieselbe Fläche braucht deshalb je nach Standort und Nutzung einen anderen Pflegerhythmus – ein Grund mehr, die Hinweise des jeweiligen Systems ernst zu nehmen statt nach Gefühl zu reinigen.
Die häufigsten Pflegefehler
In der Praxis begegnen uns bei nachlassender Wirkung fast immer dieselben Ursachen.
- Filmbildende Wischpflegen und Polituren – sie glätten die Struktur gezielt und sind auf rutschhemmenden Flächen fehl am Platz
- Überdosierte Reiniger – Tensidreste bleiben in den Vertiefungen zurück und bilden mit Wasser einen schmierigen Film
- Reine Sichtreinigung ohne mechanische Wirkung – lose Verschmutzung verschwindet, Beläge in der Struktur bleiben
- Ungeeignete stark saure oder stark alkalische Mittel – sie können je nach System und Untergrund die Oberfläche selbst angreifen
- Fehlendes Nachspülen – gelöster Schmutz und Reinigerreste trocknen wieder in der Struktur an
So reinigen Sie rutschhemmende Flächen richtig
Die Grundregel ist einfach. Verwenden Sie die für das jeweilige System freigegebenen Reiniger in der empfohlenen Dosierung, und unterstützen Sie die Chemie mechanisch – je nach Fläche mit Bürste, Schrubber, Pad oder Reinigungsmaschine. Die Mechanik löst Beläge aus den Vertiefungen, die die Wischfaser allein nicht erreicht. Danach mit klarem Wasser nachspülen beziehungsweise das Schmutzwasser vollständig aufnehmen, damit nichts wieder antrocknet. In gewerblichen Küchen kommt die fettlösende Grundreinigung nach Plan hinzu, in Sanitärbereichen die regelmäßige Kalkentfernung mit einem dafür geeigneten Mittel.
Erst lesen, dann wischenZu jedem professionellen Anti-Rutsch-System gehören Pflegehinweise mit freigegebenen Mitteln und Verfahren. Geben Sie diese Hinweise an Ihr Reinigungsteam oder Ihren Dienstleister weiter – sie sind Teil der Lösung, nicht Beiwerk.
Bei den Mitteln lohnt ein kurzer Blick auf die Kategorien. Neutralreiniger sind die Allrounder der Unterhaltsreinigung und für die meisten rutschhemmenden Flächen die richtige Wahl. Alkoholreiniger trocknen streifenfrei ab und hinterlassen kaum Rückstände, was ihnen auf Strukturflächen entgegenkommt. Saure Reiniger lösen Kalk und haben ihren geregelten Platz in der Sanitärreinigung, alkalische lösen Fette und gehören in Küche und Werkstatt – beide aber nur in der Dosierung und Häufigkeit, die das jeweilige System verträgt. Was gar nicht auf die Fläche gehört, sind Produkte mit dem Wortbestandteil Pflege oder Glanz, denn deren Zweck ist genau der Film, den eine rutschhemmende Oberfläche nicht haben darf.
Privat und gewerblich – derselbe Grundsatz, anderes Tempo
Im Privathaushalt genügt meist die normale Unterhaltsreinigung mit einem geeigneten Neutralreiniger und gelegentlicher gründlicher Reinigung der Nassbereiche. Im Gewerbe verdichtet sich alles – mehr Schmutzeintrag, tägliche Maschinenreinigung, wechselndes Personal. Hier zahlt sich ein kurzer schriftlicher Pflegeplan aus, der Mittel, Dosierung, Verfahren und Rhythmus festhält und bei Personalwechsel weitergegeben wird. So bleibt die Pflege konstant, auch wenn die Hände wechseln – und die Griffigkeit wird nicht vom Dienstplan abhängig.
Die Wirkung eines guten Bodens wird nicht bei der Ausführung entschieden, sondern bei jedem einzelnen Wischgang danach.
Ein Sonderfall ist der Wechsel des Reinigungsdienstleisters. Mit dem neuen Vertrag kommen oft neue Mittel und Maschinen ins Haus, und niemand denkt daran, die Besonderheiten der behandelten Flächen zu übergeben. Wenige Monate später wundert man sich über nachlassende Griffigkeit und sucht den Fehler beim System statt beim Mittel. Nehmen Sie die Pflegehinweise deshalb ausdrücklich in die Leistungsbeschreibung auf und übergeben Sie sie bei jedem Wechsel – ein einzelnes Blatt Papier, das die Investition in die Sicherheit Ihrer Flächen schützt.
Der Pflegeplan – vom Papier in die tägliche Routine
Ein Pflegeplan für rutschhemmende Flächen muss nicht umfangreich sein, um zu wirken. Bewährt hat sich eine einzelne, gut sichtbare Übersicht je Objekt, die vier Dinge festhält – welche Flächen behandelt sind, welche Mittel in welcher Dosierung verwendet werden, welches Verfahren gilt und in welchem Rhythmus zusätzlich zur Unterhaltsreinigung gründlich gereinigt wird. Dazu gehört der Hinweis, was ausdrücklich nicht verwendet werden darf, allen voran filmbildende Wischpflegen. Diese Übersicht hängt dort, wo die Reinigung organisiert wird, und wandert bei jedem Wechsel des Personals oder Dienstleisters mit.
Zur Routine wird der Plan durch kurze Wiederholung. Eine Einweisung bei der Übergabe, ein Auffrischen bei neuen Kräften und ein prüfender Blick bei den ohnehin stattfindenden Begehungen genügen in den meisten Objekten. Hilfreich ist auch die einfache Erfolgskontrolle mit der Hand – eine gepflegte rutschhemmende Fläche fühlt sich stumpf und griffig an, eine zugesetzte dagegen seifig glatt. Wer diesen Unterschied einmal erspürt hat, erkennt nachlassende Pflegequalität lange bevor es rutscht, und kann gegensteuern, solange eine einfache Grundreinigung genügt.
Wenn die Wirkung schon nachgelassen hat
Ein zugesetzter Boden ist kein verlorener Boden. Häufig lässt sich die Struktur durch eine fachgerechte Grundreinigung reaktivieren, die Kalk, Fett und Pflegefilme aus den Vertiefungen löst. Danach zeigt sich, ob die ursprüngliche Rutschhemmung zurückkehrt oder ob die Struktur mechanisch verschlissen ist. Im zweiten Fall kann eine erneute Behandlung oder Beschichtung sinnvoll sein. Wichtig ist die ehrliche Diagnose vor der Maßnahme, denn eine Grundreinigung ist deutlich günstiger als eine Neubeschichtung – und oft genügt sie bereits.
Halten Sie außerdem fest, wann welche Fläche behandelt wurde. Diese kleine Chronik hilft, nachlassende Wirkung richtig einzuordnen – ob die Fläche schlicht eine Grundreinigung braucht oder nach vielen Jahren tatsächlich das Ende ihrer Laufzeit erreicht hat.
Unterstützung vom Fachbetrieb
Wir lassen Kunden nach der Ausführung nicht mit der Fläche allein. Zu jeder Lösung gehören die passenden Pflegehinweise, auf Wunsch die Abstimmung mit Ihrem Reinigungsdienstleister und die spätere Beurteilung, wenn sich die Nutzung ändert oder die Wirkung nachzulassen scheint. Ob Beratung zur richtigen Pflege oder Reaktivierung einer zugesetzten Fläche – über unsere Kontaktseite erreichen Sie uns auf kurzem Weg. Einen Überblick über die Systeme, zu denen wir beraten, gibt Ihnen unsere Startseite.
Häufige Fragen zum Thema
Welche Reinigungsmittel eignen sich für rutschhemmende Böden?
Grundsätzlich die für das jeweilige System freigegebenen Mittel, häufig Neutral- oder Alkoholreiniger in richtiger Dosierung. Filmbildende Wischpflegen und Polituren sollten Sie meiden, weil sie die Struktur zusetzen.
Warum wird ein rutschhemmender Boden mit der Zeit wieder glatt?
Meist durch Kalk, Fett und Rückstände von Pflegemitteln, die sich in der Struktur ablagern. Seltener ist die Struktur mechanisch verschlissen. Eine fachgerechte Grundreinigung zeigt, welcher Fall vorliegt.
Brauche ich für die Pflege spezielle Geräte?
Nein, wichtig ist die mechanische Unterstützung durch Bürste, Pad oder Maschine sowie das Aufnehmen des Schmutzwassers. Die vorhandene Ausstattung genügt in den meisten Fällen, entscheidend sind Mittel und Verfahren.
Lässt sich eine zugesetzte Fläche wieder griffig machen?
Häufig ja, durch eine professionelle Grundreinigung, die Beläge aus der Struktur löst. Erst wenn die Struktur selbst verschlissen ist, wird eine erneute Behandlung oder Beschichtung nötig.
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PWPatric WiechertWiechert Service GmbH – Fachbetrieb für professionelle Anti-Rutsch-SystemeSie haben Fragen zu diesem Thema oder zu Ihrer Fläche? Rufen Sie an unter 0176 55415891 oder schreiben Sie an info@wiechertservice-gmbh.de – wir melden uns zeitnah zurück.
